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Folklore Tanzstile

Folklorestile sind die breite Basis für den Orientalischen Tanz wie wir ihn heute kennen und die meisten bekannten Fusion-Stile. Aber auch in der Bühnenfassung sind die einzelnen Folklore-Stile durchaus sehr reizvoll. Mein Repertoire fokussiert sich weitgehend auf den Bereich der Orientalischen Folklore, vom Maghreb bis hin zur Seidenstraße.


Ballady

Die Infos zu diesem Tanzstil gibt's demnächst an dieser Stelle. Derzeit sind die Texte der alten Homepage noch in Bearbeitung. Schaut einfach bei Gelegenheit noch mal vorbei. Vielen Dank für Euer Interesse.


Ghawazee

Die Ghawazee (auch die "Eroberinnen der Herzen" genannt) sind die legendären ägyptischen Folkloretänzerinnen und vermutlich Nachfahren der ersten, im Mittelalter aus Rajastan ausgewanderten Angehörigen des fahrenden Volkes. Heute bezeichnet man verschiedene Familien in Ägypten als Ghawazee, die von sich behaupten, direkt von diesen Tänzerinnen abzustammen. Diese Familien ziehen teilweise auch heute noch von Fest zu Fest um dort zu tanzen, dementsprechend haben sie als Straßentänzerinnen nicht den besten gesellschaftlichen Stand.

Charakteristisch für den Ghawazee Style ist die Tatsache, dass er immer improvisiert getanzt wird, meist auch in der Gruppe. Die Frauen einer Ghawazee-Gruppe üben das vorher nicht, sondern der Tanz entsteht immer ganz spontan und lebt vom Wechsel aus Chorus und Soli. Erdige und schnelle Hüftbewegungen ohne besonders raumgreifende Schrittbewegungen sind ebenso ein typisches Merkmal des Ghawazee, wie schnelle Drehungen und große Twist-Chimmis. Ihre Schultern und der gesamte Oberkörper bleiben die meiste Zeit in Ruhe, von einigen seltenen Wellen- und Schüttelbewegungen abgesehen. Die Arme sind meist seitlich ausgestreckt oder über der Brust gekreuzt. Manchmal tanzen die Ghawazee auch am Boden, aber dabei handelt es sich meistens um kleine akrobatische Kunststücke und Einlagen, wie beispielsweise das Zurückbeugen in den Back-Bend, um etwas mit dem Mund aufzuheben oder Geld auf die Stirn geklebt zu bekommen.

Die Ghawazee-Tänzerinnen spielen meist auch ihre Instrumente selber und singen zu ihrem Tanz. Das Zimbelspiel zum Tanz ist hier natürlich weit verbreitet, viele spielen auch Riqq während des Tanzes. Ihre Musik ist stark von der arabischen Musik geprägt. Die Ghawazee verwenden die bekannten Rhythmen wie Masmoudi Saghir, Masmoudi Kabir und auch Sajidi. Ihre Musikerinnen spielen Tabla, Riqq (eine Art Tamburin), Mizmar (eine Flöte), Daff (eine weitere Trommel), aber vor allem Rababa, eine Art primitive Geige mit einer oder zwei Saiten. Die Musik ist regelmäßig, ohne besonders hervorgehobene Akzente, oft mit Gesangsbegleitung, vorwiegend durch die Tänzerinnen selbst. 

Kostümtechnisch werden hier ein langes Kleid mit mehreren Hüfttüchern oder eine Kombination aus Gallabiya und Pumphosen getragen. Ghawazee-Tänzerinnen sind generell unverschleiert und haben stattdessen meist ein Tuch über den Haaren oder diese in einen Schleier eingeschlagen. Außerdem sind sie auch bekannt für lange, durchsichtige Blusen und kurze Westen, die direkt unter der Brust geschlossen werden. Ghawazee wird traditionell mit viel Münzschmuck getanzt, trugen die Frauen ihre "Reichtum" doch meist direkt am Körper.


Hula Kahiko

Der traditionelle Hula Kahiko ist der sehr alte und rituelle Hula. Er wird zu hawaiianisch gesungenen Sprechgesängen (sogenannten Chants) getanzt und von Schlaginstrumenten, wie beispielsweise den Ipu (das sind ausgehöhlte Kürbisse) begleitet, andere Instrumente werden bei dieser Form des Hula nicht verwendet. Mit dem religiösen Kahiko werden Legenden und Mythen erzählt, oft geht es um berühmte Persönlichkeiten oder auch um die hawaiianische Götterwelt. Lange Zeit war der Hula von westlichen Missionaren als zu freizügig missverstanden und verboten worden. Der Hula Kahiko wird jedoch seit König Kawika, der den alten Hula Kahiko wieder getanzt sehen wollte und eine Rückbesinnung auf die alte, hawaiianische Kultur angestrebt hat, wieder getanzt.

Der Kahiko ist nicht ganz so weich und fließend wie der moderne Auana, es wird mit mehr Spannung und akzentuierter getanzt. Außerdem wird er auch generell etwas tiefer im Knie stehend getanzt und die Grundstimmung ist eher ernst und getragen, wenn auch meist trotzdem ein sehr hohes Tempo getanzt wird. Blüten-Leis gibt's hier keine, der Schmuck besteht aus Blättern, Blätter-Leis oder Muschelketten. Auch die Kleidung ist eher traditionell und nicht so auffällig wie beim Auana, wo man die Kleiderfrage doch etwas lockerer sieht. Die Farbpalette ist ebenfalls eher gedeckt und nicht so bunt wie bei den Auanas.

Beim Kahiko ist es durchaus üblich, dass die Chants mitgesungen oder vorher und während des Tanzes intoniert werden. Auch die Verwendung der Kürbisrasseln während des Tanzes kommt vor. Kahikos folgen festgelegten Mustern und werden nach überlieferten Choreografien getanzt. Freie Interpretation und neue Choreografien gibt es hier eher nicht, alles ist sehr Traditionell.

 


Khaleegy oder Gulf Dance

Der Khaleegy ist eigentlich ein Frauentanz, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit nur von Frauen für Frauen getanzt wurde. Es wird vorwiegend mit den langen und seidigen Haaren der Frauen getanzt. Sie werden rhythmisch durch Kopfschwenken hin und her bewegt. Dementsprechend hat man hier als Kostümbestandteil natürlich keinen Kopfschmuck, höchstens ein schmales Haarband. Haare an sich gelten seit Tausenden von Jahren als erotisch und das Spielen damit kann Koketterie ausdrücken, in manchen Stücken werden aber auch die Vorbereitungen für die Hochzeit nachgespielt (beispielsweise waschen, kämmen, etc.). Und es kann durch den Khaleegy auch der Stand der Liebesbeziehung einer Frau zu einem Mann ausgedrückt werden. Der Khaleegy wird bei meist besonderen Festen, wie z.B. Hochzeiten, getanzt.

Typische Tanzbewegungen sind ausdrucksvolle Bewegungen der Arme, des Kopfes und des Oberkörpers. Naturgemäß kann man bei einem so weiten Kostüm die Bewegungen der Hüfte nicht sehen, also wird hier auch kaum Hüfte eingesetzt. Die Körperhaltung ist etwas aufgerichteter als bei anderen Stilen und es wird meist eine Art Nachstellschritt als Basis getanzt. Diese Schritte können in jede beliebige Richtung getanzt werden. Gruppen-Choreografien sind üblich, als Solo-Tanz sieht man den Khaleegy eher selten. Wie oben schon erwähnt, wird mit dem Kleid auch tänzerisch gearbeitet, zusätzlich gibt es verschiedene Hand- und Armbewegungen ohne Kleid, beispielsweise der typische Hand-Chimmi, die "Hand-an-den-Nasenflügel" Bewegung oder die "Hand-auf's-Herz" Geste. Zusätzlich ist das Kopfkreisen und das Kopfgleiten als typisches Element bekannt.

Das typische Kostümelement eines Khaleegy ist das reich bestickte Überkleid, das im Regelfall ca. 1/2 m länger ist als die eigene Körpergröße. Dadurch kann man es in die Hand nehmen und damit tanzen, ohne zu viel von den Fesseln und Beinen preiszugeben. Es wird entweder über der normalen Kleidung oder über einem gleichfarbigen Unterkleid getragen. Beim Tanz muss man das Gewand anheben (es ist sehr lang) und tanzt verspielt mit dem Kleid. Die meisten Khaleegy-Kleider sind aus reich besticktem Chiffon oder dünner Seide. Der Schnitt ist eine Art sehr weiter Kaftan, der mittig mit Gold und bisweilen mit Pailletten und ähnlichem Glitzer bestickt ist. Typisch ist auch der Nasenschmuck in Form von Ringen. Anderer Schmuck wird meist nicht getragen. 


Nubi oder Nubian Dance

Der Nubische Tanz ist ein fröhlicher und lebensbejahender Tanz der zumeist von der ländlichen Bevölkerung getanzt wird. Dieses fröhliche Element fällt auch schon auf, wenn man einfach nur die Musik hört. Meist sind die Lieder im 2/4- Takt oder im 4/4-Takt gehalten, was auch den eingängigen Rhythmus ausmacht. Der Gesang gibt hier die Melodie vor und wird von den Instrumenten nur begleitet. Oft wird er in der Gruppe und zu Festen getanzt, dann ist aber jeder mit von der Partie, der sich auf den Beinen halten kann.

Nubien nannte man den Landstrich am südlichen Ende Ägyptens, der im Westen durch die lybische Wüste und im Osten durch das rote Meer begrenzt war. Nubisches Gebiet war beiderseits den Nils, es handelte sich dabei um ein Steppen- und Wüstengebiet, das heute fast komplett vom Assuan-Staudamm geflutet ist. Die Nubier werden seit dem Bau des Staudamms auch als "Menschen ohne Land" bezeichnet und wurden in andere Gebiete umgesiedelt, beispielsweise nach Alexandria, Kairo und Assuan. Seit dem Jahr 1900 gehörte der Norden von Nubien zu Ägypten und der Süden zum Sudan. 

Die Kleidung im Nubischen Tanz ist farbenfroh und bunt. Meist wird ein buntes Unterkleid aus robusten Stoff getragen, das weit und A-förmig geschnitten ist und über einen oder mehrere Volants am unteren Ende verfügt. Zum kompletten Kostüm gehört auch ein Überkleid, oft aus einem feineren Stoff der auch durchsichtig sein kann. Nicht selten sieht man beim Oberkleid auch Spitze in verschiedenen Farben, auch schwarze Spitze. Zusätzlich wird ein Kopfschleier getragen, der meist mit massivem Silberschmuck befestigt ist. Typisch sind auch die beiden seitlich geflochtenen Zöpfe als besonderes Stilelement. Zusätzlich wird immer viel Schmuck getragen, beispielsweise Brustketten, Armreifen und Halbmond- oder Münzenschmuck. Für die Schuhe gilt, wer arm ist, tanzt barfuss, wer es sich leisten kann, trägt Schuhe. Für die Bühnenform werden oft die handelsüblichen Tanzschläppchen getragen. 

Typische Stilelemente des Nubischen Tanzes ist die Arbeit, bzw. das Spiel mit dem Kopfschleier, die weichen Bewegungen des Oberkörpers und auch das "gleiten" von Oberkörper und Kopf. Meist wird, wie oben schon erwähnt, in Gruppen getanzt und auch in Kreisen, Reihen oder als Polonaise. Hüftbewegungen sieht man seltener, sind sie doch auch unter den weiten Gewändern nur schwer auszumachen. Die Armhaltung ist locker und frei, sie werden auch schon mal einfach nur mitgeschwungen. Das Hauptaugenmerk des Nubischen Tanzes liegt auf dem Oberkörper. Dies zeigt sich auch im oft gezeigten Hochwerfen der Oberkörpers, um den Schmuck zu zeigen, sowie in den ebenfalls typischen "Brust-Drops".


Sajidi & Racqs el Assaya

Der Sajidi ist ein typischer Folklore-Tanz. Früher wurde er nur von Männern getanzt, heute tanzen auch Frauen den Sajidi. "Das" typische Element ist hier der Stock, gelegentlich wird auch mit mehreren Stöcken getanzt, deshalb wird der Sajidi gemeinhin auch oft nur als Stocktanz bezeichnet. Generell ist aber auch ein Sajidi ohne Stock tanzbar. Der Sajidi-Frauentanz wird ohne Stock getanzt und ist weniger bekannt. Der typische, erdige Rhythmus und der muntere Charakter der Musik machen den Reiz dieses Stils aus. Eigentlich hat sich der Stocktanz aus dem Stockkampf entwickelt, entsprechend ist auch die Dynamik dieses Stils eine ganz andere als beispielsweise bei einem klassischen Stück.

Typische Bewegungen sind unter anderem eingesprungene Grundschritt-Varianten und akzentuierte Hüftbewegungen, die optisch durch den Stock verstärkt werden können. Auch das rotieren und drehen des Stockes, oder mehrerer Stöcke, sind wesentliche Elemente. Gelegentlich wird der Stock auch zwischendurch balanciert, je nach Musikstück. Auch diverse Chimmi-Varianten werden getanzt, hier aber vorwiegend von den Frauen. Generell kann man sagen, dass der Stil der Männer etwas rustikaler und der Stil der Frauen etwas verspielter oder auch koketter getanzt wird.

Kostümtechnisch werden hier ein langes Kleid mit Hüfttuch oder eine Kombination aus Gallabiya und Pumphosen getragen. Gelegentlich sieht man auch mal ein klassisches ägyptisches Kostüm beim Stocktanz, was mir persönlich aber nicht so sehr gefällt. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Oft wird auch ein Kopfschmuck, z.B. in Form eines Turbans oder eines entsprechenden Stirn- oder Kopfbandes getragen. Bei den Stöcken sieht man die weit verbreiteten Varianten mit "Henkel" und einfache Stöcke. Auch die Verarbeitung variiert hier sehr, von mit Pailletten beklebten Exemplaren (die eigentlich nur zur Dekoration verwendet werden können, will man sich nicht die Hände zerschneiden!), über goldbeklebte, dünne Stöcke bis zu rohen, dickeren Bambus-Stöcken wird die ganze Palette abgedeckt.


Tunisian Dance

Die Infos zu diesem Tanzstil gibt's demnächst an dieser Stelle. Derzeit sind die Texte noch in Bearbeitung. Schaut einfach bei Gelegenheit noch mal vorbei. Vielen Dank für Euer Interesse.

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